Regeländerungen im bayerischen Amateurfußball zur Saison 2026/27
Zur Saison 2026/27 treten im bayerischen Amateurfußball mehrere Regeländerungen in Kraft. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) verfolgt damit das Ziel, den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern mehr Handlungsspielraum zu geben, die Netto-Spielzeit zu erhöhen und Spielverzögerungen zu reduzieren – ohne dabei häufiger persönliche Strafen aussprechen zu müssen.
Insgesamt gibt es acht Änderungen, die sowohl den Erwachsenen- als auch den Jugendbereich betreffen. Die wichtigste Neuerung: Die Zehn-Minuten-Zeitstrafe wird wieder abgeschafft.
Zeitstrafe entfällt wieder
Erst zur Saison 2022/23 eingeführt, gehört die Zehn-Minuten-Zeitstrafe nun bereits wieder der Vergangenheit an. Hintergrund sind geänderte Vorgaben des International Football Association Board (IFAB), wonach diese Sanktion nur noch bei Unsportlichkeiten hätte angewendet werden können. Der BFV hat deshalb beschlossen, die Zeitstrafe sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendbereich abzuschaffen.
Schmuck und Accessoires
Künftig dürfen Spielerinnen und Spieler bestimmte Accessoires wie Armbänder oder Ringe tragen, sofern diese nicht oder nur schwer abnehmbar, ungefährlich und sicher abgedeckt sind. Schmuck oder andere Ziergegenstände, von denen eine Verletzungsgefahr ausgehen könnte, müssen jedoch weiterhin abgelegt werden. Ein einfaches Abkleben reicht dabei nicht aus. Die Entscheidung trifft der jeweilige Schiedsrichter.
Zehn-Sekunden-Regel bei Auswechslungen
Bei Auswechslungen gilt künftig ein Zeitlimit: Der auszuwechselnde Spieler hat zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Wird diese Frist überschritten, darf der einwechselnde Spieler erst nach Ablauf von einer Minute und nur bei der nächsten Spielunterbrechung das Spielfeld betreten.
Zwangspause nach Verletzungen
Wird das Spiel wegen einer Verletzung unterbrochen, muss der betroffene Spieler das Spielfeld verlassen und nach dem Wiederanpfiff mindestens eine Minute außerhalb bleiben. Ausnahmen gelten für Torhüter, nach Zusammenstößen zweier Spieler derselben Mannschaft, bei schweren Verletzungen sowie bei Verletzungen infolge eines verwarnungs- oder feldverweiswürdigen Fouls.
Vorteil bei falscher Spielfortsetzung
Wird ein Einwurf oder Freistoß versehentlich vom falschen Ort ausgeführt, kann der Schiedsrichter künftig auf Vorteil entscheiden, wenn die gegnerische Mannschaft dadurch in Ballbesitz kommt. Diese Regel soll insbesondere unabsichtliche Fehler berücksichtigen, wenn Spieler das Spiel möglichst schnell fortsetzen möchten.
Fünf-Sekunden-Countdown bei Einwurf und Abstoß
Lassen sich Spieler beim Einwurf oder Torhüter beim Abstoß zu viel Zeit, zeigt der Schiedsrichter künftig einen Fünf-Sekunden-Countdown an. Wird die Zeit überschritten, erhält die gegnerische Mannschaft den Einwurf beziehungsweise einen Eckstoß.
Keine persönliche Strafe nach Vorteil und Torerfolg
Erzielt eine Mannschaft nach einer Vorteilsauslegung ein Tor, entfällt künftig die persönliche Strafe gegen den Spieler, der zuvor eine klare Torchance verhindert hat. Diese Änderung betrifft insbesondere sogenannte Notbremsen. Gleiches gilt, wenn ein Spieler erfolglos versucht, ein Tor durch Handspiel zu verhindern und dennoch ein Treffer erzielt wird.
Gelb- und Gelb-Rot-Sperren
Neu ist außerdem, dass Spieler nach einer Gelb-Roten Karte automatisch für das folgende Spiel gesperrt sind. Dasselbe gilt nach der fünften Gelben Karte einer Saison. Diese Regelungen gelten bereits in der Regionalliga und werden nun auch auf Verbandsebene in der Bayern- und Landesliga eingeführt. Sie betreffen ausschließlich den Erwachsenenbereich.
Mit diesen Anpassungen möchte der BFV den Spielfluss verbessern, Verzögerungen reduzieren und den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern zusätzliche Möglichkeiten geben, Spiele situationsgerecht zu leiten.
